Eine Patientin berichtet

Radiosynoviorthese - Eine Patientin berichtet

Wenn Britta S. heute mit ihren Enkeln Verstecken spielt, denkt sie kaum noch daran, dass dies bis vor einem Jahr nahezu unmöglich war. Vor allem in den Wintermonaten kämpfte die sonst rüstige Rentnerin gegen ihre starken Schmerzen, die ihr manchmal jede Lebensfreude nahmen. Denn seit fünf Jahren leidet die 65-Jährige an rheumatoider Arthritis, neben den beiden Ellbogen und einigen Fingergelenken ist besonders ihr rechtes Knie davon betroffen. Dank einer Radiosynoviorthese kann Britta S. nun wieder schmerzfrei ihr Leben genießen...

Mit Strahlen gegen Rheuma

„Während der ersten 2 Jahre meiner Erkrankung habe ich eine Kombination aus verschiedenen Medikamenten bekommen, die am Anfang auch gut gewirkt haben. Doch nach kurzer Zeit wurde es wieder schlimmer“, erinnert sich Britta S. Die Schmerzen wurden stärker und auch die Beweglichkeit, besonders im Kniegelenk, war stark eingeschränkt. „An lange Spaziergänge war nicht zu denken, selbst kurze Wege zu Einkäufen wurden zur Qual.“ Die starke Medikamentendosis, die ihr Arzt daraufhin verordnete, linderte die Schmerzen in Ellenbogen und Fingergelenken zwar wieder. Jedoch nahm der fortwährende Schmerz im Knie Britta S. jede Freude an Unternehmungen: „Ich hatte zu nichts mehr Lust. Zum Teil waren die Gelenkschmerzen zwar weniger geworden, dafür ging es mir aber insgesamt immer schlechter und das Knie war nach wie vor geschwollen. Nicht einmal meine beiden Enkel schafften es, mich aus dem Haus zu locken.“

Als ihr Hausarzt nach sechsmonatiger medikamentöser Behandlung und Kortison-Therapie merkte, dass diese nicht mehr ausreichte, überwies er Britta S. zur so genannten Radiosynoviorthese (RSO) an eine nuklearmedizinische Praxis. „Zuerst war ich sehr skeptisch, weil ich davon noch nie gehört hatte“, erzählt Britta S. Aber die ausführliche Beratung durch den Nuklearmediziner nahmen ihr die Zweifel.

„Das Wort ‚Radiosynoviorthese’ setzt sich zusammen aus ‚Radius’ für Strahl, ‚Synovialis’ für Gelenkschleimhaut und ‚Orthesis’ für Wiederherstellung“, erläuterte ihr Arzt, der in seiner nuklearmedizinischen Praxis u.a. die RSO durchführt.

Für den Facharzt bietet die RSO-Therapie eine effektive und schonende Variante, um entzündliche Gelenkerkrankungen zu behandeln: „Die RSO ist eine bekannte und nebenwirkungsarme Therapie, bei der ich eine radioaktive Substanz direkt in das betroffene Gelenk spritze. Diese bestrahlt dann von innen die Gelenkschleimhaut und bekämpft so die Entzündung. Die Schwellung geht zurück, die Schmerzen verringern sich oder verschwinden ganz, das Gelenk wird wieder beweglicher. Es ist auch möglich, bei einem Termin gleich mehrere Gelenke zu therapieren“, erklärte ihr der Spezialist. „Die Wirkung setzt langsam ein, hält aber oft sogar über mehrere Jahre an. Wird die RSO rechtzeitig angewendet, kann die Therapie sogar langfristige Schäden verhindern und damit Gelenke erhalten helfen“, so der Nuklearmediziner.

Inzwischen liegt die Behandlung bei Britta S. über ein Jahr zurück und sie genießt ihre wieder gewonnene Beweglichkeit: „Nach so lang anhaltenden Schmerzen hatte ich gar nicht mehr daran geglaubt, dass es auch noch anders gehen könnte. Die Beschwerden im Knie sind kaum noch zu spüren. Ich brauche fast keine Schmerzmittel mehr und bin insgesamt viel aktiver geworden und – was das Beste ist“, lacht Britta S., „ich kann endlich wieder mit meinen Enkeln Schritt halten.“